Schlagwort-Archive: Computer

Logischer Zirkelschluss

Ungläubig starre ich auf die Installationsmeldungen

Am Wochenende habe ich meinem Rechner ein Upgrade auf Linux Mint Tara spendiert. Das dauerte diesmal etwas l√§nger als erwartet, und ich musste mehrmals auf den zuvor erstellten Timeshift-Schnappschuss zur√ľckgreifen. Einer der Gr√ľnde war eine nicht eingetragene Abh√§ngigkeit im Paket lupin-support, das von grub ben√∂tigt wird.

Im Postinstallations-Script von lupin-support wird „update-initramfs -u“ aufgerufen, das im Paket initramfs-tools enthalten ist. Und das war, zum Zeitpunkt meiner Installation, nicht in den Abh√§ngigkeiten von lupin-support eingetragen. Auf meinem Rechner war statt dessen dracut installiert. Nachinstallieren der initramfs-tools klappte nicht: apt bestand darauf, zuerst lupin-support entweder zu installieren oder zu deinstallieren, und das brach immer wieder mit einer Fehlermeldung ab.

Jetzt gab es zwei Möglichkeiten: entweder ich versorge apt mit einem Placebo, das geht so:

> sudo cp /bin/ps /usr/bin/update-initramfs
> sudo apt-get install initramfs-tools -f
> sudo rm /usr/bin/update-initramfs
> update-initramfs -u

Oder ich spiele den Timeshift-Schnappschuss wieder ein, installiere die initramfs-tools, und wiederhole das Upgrade. Ich hatte noch ein paar andere defekte Konstellationen zu bereinigen, darum lief es auf letzteres hinaus.

Das sind die Momente, in denen ich froh bin, dass ich solchen Fummelkram weitgehend selbst zurecht gefrickelt bekomme. Ich musste nicht einmal im Web nachsehen. Es war allerdings nicht das erste Mal, dass mir ein Paket wegen fehlender Abhängigkeiten Probleme bereitet hat, und nicht immer bekommt man die Lösung so leicht heraus.

Haben die Maintainer von Linux-Paketen keine Tools, um nachzusehen, ob sich irgendwo noch ein Aufruf verbirgt, den sie in den Dependencies vergessen haben?

Stop-Schild statt Piratenwiki

Sprachgewalt: „Bitte haben Sie daf√ɬľr Verst√ɬ§ndnis, das wir dazu verpflichtet sind, einige Internetseite zum Schutze unserer Jugend zu blocken. Die von Ihnen aufgerufene Seite geh√ɬ∂rt dazu.“

Das bekommt man als erwachsener, zahlender Kunde im Internet-Caf√ɬ© des Elektronik-Kaufhauses Saturn in den R√ɬ§umen des Elektronik-Kaufhauses Saturn in der M√ɬ∂nckebergstra√ÉŇłe in Hamburg zu sehen, wenn man im Piratenpartei-Wiki nachsehen will, wo man den Stammtisch unseres Landesverbands findet.

Die Quelle f√ɬľr die Filter-Kriterien k√ɬ∂nnte eventuell(!) JusProg sein, ein Jugendschutz-Filter-Anbieter, dessen Filterpolitik schon vor l√ɬ§ngerer Zeit auf Telepolis diskutiert wurde: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30391/1.html

Ich war nicht selbst am Rechner, sondern mein Mann (Nichtpirat), der sich spontan unseren Stammtisch ansehen wollte, keinen Mobilrechner dabei hatte, und im I-Café schnell mal den Veranstaltungsort raus suchen wollte. Tja, und dann musste er mich leider doch noch anrufen.

Eigentlich w√ɬ§re es angebracht, nachzuforschen, ob Webauftritte anderer Parteien von Saturn vom Betreiber des I-Caf√ɬ©s ebenfalls blockiert werden, und ob die Sperre nach den Unmutsbekundungen meines Mannes aufrecht erhalten wurde.√ā¬† Um die Angelegenheit selbst untersuchen zu k√ɬ∂nnen fehlt es mir allerdings an Gelassenheit. Vermutlich w√ɬľrde ich bei einer Diskussion mit den dortigen Aufsichtspersonen an die Decke gehen wie ein HB-M√ɬ§nnchen. Ich finde eine so eingesetzte Sperre in einem Internet-Caf√ɬ© n√ɬ§mlich v√ɬ∂llig unm√ɬ∂glich.

Erstens sollte der Betreiber zwischen Erwachsenen und Jugendlichen unterscheiden können, und auch Plätze mit verschiedenen Altersfreigaben freischalten können.

Zweitens ist die Verwendung des weithin sichtbaren Stop-Schilds meiner Ansicht nach diskriminierend. Unbeteiligte, die das mitbekommen, m√ɬľssen nach den vdL-Kampagnen ja sonst was √ɬľber die Betroffenen denken.

Und drittens kann ich mir nicht vorstellen, dass eine staatliche Stelle oder irgendein Anwalt Anlass sehen k√ɬ∂nnte, jemanden zu belangen, der einem Kind politische Lekt√ɬľre zug√ɬ§nglich gemacht hat. Eher noch k√ɬ∂nnte man auf den Gedanken kommen, diverse Boulevard-Bl√ɬ§tter nur noch unter dem Ladentisch zu verkaufen, und alle Eltern dazu zu verpflichten, ihre Zeitungen f√ɬľr Kinder unzug√ɬ§nglich zu verwahren.

Welche Kunden hat das I-Café von im Saturn als Zielgruppe? Unbegleitete 6-Jährige, die nach dem Unterricht ihr Taschengeld verzocken?

Update: Das besagte Internet-Cafe befindet sich zwar im Saturn, gehört aber offenbar nicht zu Saturn. Es werden offenbar die Seiten aller Parteien gesperrt, nicht nur die der Piratenpartei. Die Angelegenheit wird von kundigen Piraten untersucht.


„The whole principle [of censorship] is wrong. It’s like demanding that grown men live on skim milk because the baby can’t have steak.“
√Ę‚ā¨‚ÄĚ Robert Heinlein, „The Man Who Sold the Moon“, p.188.

Hexenjagd auf sogenannte Killerspiele

In der vorindustriellen Zeit verbrannte man verd√ɬ§chtige, oft fremdl√ɬ§ndische Schriften und Bilder. In den 60er Jahren brannten die Schallplatten der Beatles. Harry-Potter-B√ɬľcher brannten und wurden aus Schulbibliotheken entfernt, weil sie angeblich die Kinder verf√ɬľhren. Nun dies: Ein „Aktionsb√ɬľndnis“ will in Stuttgart einen Container aufstellen, um dort sogenannte Killerspiele zu sammeln und zu vernichten. Angeblich zum Wohle der Jugendlichen …

Ich kann verstehen, dass Angeh√ɬ∂rige der Todesopfer von Winnenden trauern und leiden. Hysterie und Bilderst√ɬľrmerei helfen jedoch keinem Jugendlichen und retten kein einziges potentielles Opfer vor dem gewaltsamen Tod. Niemand wird pl√ɬ∂tzlich √ɬľber Nacht zum Killer, nur weil er das falsche Spiel gespielt, den falschen Film gesehen, die falsche Schallplatte geh√ɬ∂rt oder das falsche Buch gelesen hat. Solche Trag√ɬ∂dien haben immer eine Vorgeschichte, und die ist immer vielschichtig. Einem Spiele-Genre daran die Schuld zu geben wird dieser Thematik nicht gerecht. Hexenjagd auf sogenannte Killerspiele weiterlesen

Blogspam

SpamInACan Akismet f√ɬ§ngt gl√ɬľcklicherweise so einiges f√ɬľr mich ab. Leider versuchen einige Vandalen, mit ihrem M√ɬľll am Spamfilter vorbei zu schleichen, indem sie sich im Blog als Stammleser registrieren. Dabei macht es gar keinen Unterschied: Spam wird mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit erkannt und aussortiert, egal ob man sich registriert oder nicht. Ich habe lediglich die zus√ɬ§tzliche Arbeit mit dem L√ɬ∂schen von Deppenaccounts, und dazu habe ich keine Lust mehr. Ab sofort kann man sich hier darum kein Stammleser-Konto mehr anlegen. Bereits bestehende Konten von Nicht-Spammern bleiben erhalten.