Die Dämonisierung der Masken

YouTube: Eine sehr einfache, gut sitzende Mund-Nasen-Maske aus Küchenpapier

Anfangs hieß es, Masken seien für die Bevölkerung völlig unsinnig. Das lag daran, dass verhindert werden sollte, dass wir den Kliniken die Masken vor der Nase weg kaufen. Inzwischen ist man davon abgekommen. Jetzt sollen wir an belebten Orten Masken tragen: zum Beispiel in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es ist sogar eine Maskenpflicht im Gespräch. Das finde ich gut.

Bisher habe ich eine zielführende Kommunikation darüber vermisst. Statt dessen wurden von Experten Befürchtungen über den falschen Umgang mit den Masken geäußert. Es klang bisweilen so, als habe man es bei Masken mit furchtbar komplizierten, dämonischen Gegenständen zu tun, und als sei es eine geheime Wissenschaft, sie richtig zu behandeln.

Ich fände es hilfreicher, wenn klar herausgestellt würde, was wir von Masken erwarten können, und wie wir damit umgehen sollten. Uns von vornherein zu unterstellen, dass wir das alles nicht verstehen würden, macht die Situation nämlich nicht besser.

Es gibt verschiedene Arten von Profi-Masken, und die meisten davon sind tatsächlich im Alltag nicht nötig.

Es gibt chirurgische Masken, die von Ärzten und Zahnärzten getragen werden. Chirurgen tragen sie, um bei Operationen keine Keime in die Operationswunden zu blasen. Zahnärzte tragen sie, damit beim Bohren kein Spritzwasser aus dem Mund des Patienten in den Mund des behandelnden Zahnarztes gerät. Solche Masken sind Einweg-Artikel, sie sind normalerweise verhältnismäßig billig, aber sie sind zur Zeit Mangelware. Wir sollten diese Masken dem medizinischen Personal überlassen, weil die Leute uns sonst nicht behandeln können.

Dann gibt es noch die Masken, die von Forschern und Assistenten in Rein-Räumen und Labors getragen werden, damit dort zum Beispiel die Proben nicht kontaminiert werden. Diese Masken verhindern, dass man Keime in seine Umgebung abgibt. Solche Masken sind teuer, es sind häufig Einweg-Artikel, und wir brauchen sie im Alltag wirklich nicht.

Außerdem gibt es Schutzmasken, mit denen sich Ärzte und Pfleger vor hochansteckenden Patienten schützen. Die Mitarbeiter in den Kliniken brauchen sie dringend. Sie wären sonst täglich einer großen Konzentration an Viren ausgesetzt, und das könnte auch bei jungen, gesunden Menschen zu einem schweren Krankheitsverlauf führen. In Ländern, in denen das Klinikpersonal gezwungen ist, ohne Eigenschutz Patienten zu versorgen, sterben zur Zeit reihenweise Pflegende und Ärzte an COVID-19. Gute Filtermasken gehören darum in die Kliniken, nicht auf die Straße.

Für uns reichen einfache Masken aus Stoff oder Papier. Weder müssen wir absolut keimfreie Luft ausatmen, noch sind wir permanent einer hohen Virenlast ausgesetzt. Die Masken, die in Läden, Bussen und Bahnen getragen werden sollen, haben einen anderen Zweck: Sie sollen unsere Mitmenschen beschützen: vor ausgeatmeten Tröpfchen, und vor ungewollter feuchter Aussprache. Denn die Corona-Viren verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion.

Wir sollen also Fremdschutz-Masken tragen, und nicht Eigenschutz-Masken. In Verbindung mit dem Abstandsgebot und guter Hygiene sollten diese Masken ausreichen, vorausgesetzt, sie werden von allen getragen.

Der Umgang mit den Masken ist nicht so schwer. Wir müssen nur im Kopf behalten, wozu sie da sind: zum Schutz der anderen. Und wir sollten bedenken, dass die Masken beim Husten und Niesen nicht dicht halten. Es entsteht auch mit einer Maske eine Tröpfchenwolke. Sie fliegt nur weniger weit. Wir sollten also weiterhin beim Husten und Niesen Mund und Nase mit der Armbeuge bedecken.

Wir sollten allgemein in der Öffentlichkeit nicht in unser Gesicht fassen oder an unseren Augen herum reiben. Daran ändert auch die Maske nichts. Wenn man aber nach Hause kommt, und seine Maske abnimmt, sollte man gut darauf achten, sich auch beim Ausziehen nicht im Gesicht zu berühren.

Ansonsten ist so eine Maske nicht wesentlich »gefährlicher« als ein eigenes, gebrauchtes Taschentuch, der eigene Jackenkragen, oder das eigene Haar. Man muss sie nicht unbedingt auskochen. Gründlich Durchschäumen mit Kernseife und anschließendes rasches Trocknen sollten eigentlich ausreichen. Kein Virus vermehrt sich auf Oberflächen. Bakterien tun das. Corona-Viren werden von Seifenlauge zerlegt, und bauen sich auch beim Trocknen an der Wäscheleine nicht magisch wieder zusammen.

Wer tagsüber viel unterwegs ist, sollte zwei getrennte Plastikbeutel dabei haben, die mit »sauber« und »gebraucht« markiert sind, und mehrere Masken dabei haben. Es ist nicht gut, eine gebrauchte Maske mehrmals anzuziehen.

Selbstgemachte Masken sollten ruhig mehrlagig sein, aber nicht so dicht, dass sie die Atmung behindern. Sie sollten rund um Mund und Nase dicht anliegen, damit man nicht seitlich durch irgendwelche Lücken ausatmet.

Einen gravierenden Nachteil haben Masken allerdings, und an den denken viele nicht: es gibt hörgeschädigte oder gehörlose Menschen, die auf Lippenlesen angewiesen sind. Wer mit Hörgeschädigten oder Gehörlosen kommuniziert, sollte darum einige Schritte zurücktreten, und die Maske abnehmen. Es sei denn, man versteht sich auf Gebärdensprache – aber auch dazu gehören normalerweise Lippenbewegungen. Das ist leider ein Dilemma.

Interessanter Podcast zum Thema:
Wie wirksam wäre es, würden alle Bürger Masken tragen? (Spektrum der Wissenschaft)

Ein tschechisches Video über den Zweck von Masken (in englischer Sprache):
How to Significantly Slow Coronavirus? #Masks4All

Die internationale Website von #Masks4All (mehrsprachig):
https://masks4all.co/de/

Erklärendes Video von Eckart von Hirschhausen:
#maskeauf

Deutsche Seite zum Thema Masken:
https://maskeauf.de/

In Ländern, in denen Masken getragen werden, sind die Ansteckungsraten geringer.

Froschkönig

Froschkönig als Spardose

SZENE: Im Café. Birgit bezahlt zwei Becher Kaffee, und wirft anschließend einige Münzen in einen mit „Karma“ beschrifteten Keramik-Frosch auf dem Tresen.

JACQUES: Den sollst du küssen, und nix reinwerfen.

BIRGIT: Was soll ich denn mit zwei Prinzen?

Logischer Zirkelschluss

Ungläubig starre ich auf die Installationsmeldungen

Am Wochenende habe ich meinem Rechner ein Upgrade auf Linux Mint Tara spendiert. Das dauerte diesmal etwas länger als erwartet, und ich musste mehrmals auf den zuvor erstellten Timeshift-Schnappschuss zurückgreifen. Einer der Gründe war eine nicht eingetragene Abhängigkeit im Paket lupin-support, das von grub benötigt wird.

Im Postinstallations-Script von lupin-support wird „update-initramfs -u“ aufgerufen, das im Paket initramfs-tools enthalten ist. Und das war, zum Zeitpunkt meiner Installation, nicht in den Abhängigkeiten von lupin-support eingetragen. Auf meinem Rechner war statt dessen dracut installiert. Nachinstallieren der initramfs-tools klappte nicht: apt bestand darauf, zuerst lupin-support entweder zu installieren oder zu deinstallieren, und das brach immer wieder mit einer Fehlermeldung ab.

Jetzt gab es zwei Möglichkeiten: entweder ich versorge apt mit einem Placebo, das geht so:

> sudo cp /bin/ps /usr/bin/update-initramfs
> sudo apt-get install initramfs-tools -f
> sudo rm /usr/bin/update-initramfs
> update-initramfs -u

Oder ich spiele den Timeshift-Schnappschuss wieder ein, installiere die initramfs-tools, und wiederhole das Upgrade. Ich hatte noch ein paar andere defekte Konstellationen zu bereinigen, darum lief es auf letzteres hinaus.

Das sind die Momente, in denen ich froh bin, dass ich solchen Fummelkram weitgehend selbst zurecht gefrickelt bekomme. Ich musste nicht einmal im Web nachsehen. Es war allerdings nicht das erste Mal, dass mir ein Paket wegen fehlender Abhängigkeiten Probleme bereitet hat, und nicht immer bekommt man die Lösung so leicht heraus.

Haben die Maintainer von Linux-Paketen keine Tools, um nachzusehen, ob sich irgendwo noch ein Aufruf verbirgt, den sie in den Dependencies vergessen haben?

Euer Müll ist keine Spende

Heute morgen gab es auf NDR Info einen Bericht über den Müll, der nach Festivals auf Veranstaltungsplätzen liegen bleibt. Darunter waren in den letzten Jahren vermehrt Zelte, Luftmatratzen, Iso-Matten und Schlafsäcke, die von den Besucherinnen und Besuchern zurückgelassen wurden. Bei manchen Festivals sollen um die 90% der Leute ihre Zelte einfach stehen gelassen haben: eine riesige Menge Plastikmüll!

Einige (in dem Bericht vermutlich Briten), die so etwas schon mal gemacht hatten, begründeten das vor dem Mikrofon. Eine Frau erklärte, der Abbau eines Zelts sei ihr zu kompliziert, und sie wolle so etwas auch nicht wieder nach Hause tragen, es sei ihr zu schwer. Eine andere glaubte ernsthaft, die Zelte würden hinterher von wohltätigen Organisationen eingesammelt, und dass das doch im Grunde eine gute Sache sei. Leider ist das ganz und gar nicht der Fall.

Mit einem kunterbunten Haufen leichter, billiger Sommerzelte kann keine Hilfsorganisation etwas anfangen. Solche Organisationen benötigen Zelte, in denen man leben kann: groß, möglichst einheitlich, reparaturfreundlich, und vor allem strapazierfähig. Abgesehen davon wirft man eine Spende nicht so einfach in die Landschaft. Man fragt, was sinnvollerweise benötigt wird, und liefert es sauber und ordentlich verpackt an einer Sammelstelle ab.

Anzunehmen, dass schon jemand kommen wird, der den Müll auf einem Festival-Platz für einen guten Zweck einsammeln und verpacken wird, ist mehr als naiv. Wer so etwas glaubt, belügt sich nur selbst.

Klar, auf einem Festival kann man die Nacht nicht im Hotel verbringen. Die Betten-Kapazität in der Umgebung würde schlichtweg nicht ausreichen, um tausende von Konzertbesuchern unterzubringen. Also greift man zum Zelt. Und weil man kein regelmäßiger Camper ist, nimmt man etwas billiges. Das kann ich durchaus verstehen.

Und danach? Ja, möglicherweise ist das Zelt nun dreckig, und vielleicht ist es auch umständlich, es wieder einzupacken. Eventuell ist man auch übermüdet und verkatert. Trotzdem sollte man sich doch so weit zusammenreißen, dass man am Ende keine Müllkippe hinterlässt. Und wenn schon nicht aus Verantwortungsbewusstsein, dann doch wenigstens aus Eigennutz. Aufräumen muss das nämlich der Veranstalter. Und das verteuert dann am Ende auch die Eintrittskarten für das nächste Festival.

Aber warum machen so viele Menschen sich selbst etwas vor, obwohl sie es mit einigem Nachdenken besser wissen sollten? Weil es bequem ist, weil es alle so machen, weil man sich unbeobachtet fühlt, und weil sich schon irgendwer finden wird, der hinter ihnen her räumt. Die Youtuberin Mai Nguyen hat dazu gerade diese Tage ein Video herausgebracht:

maiLab: Spieltheorie des Lebens | Tragödie des Gemeinguts (19.06.2019, 14:27 min)

„Dinge, von denen alle was haben, um die sich aber auch alle kümmern müssen, werden meist scheiße behandelt. Warum ist das so? Und muss das wirklich immer so sein?“

Einfach mal reinschauen! 🙂

Nachtrag

Der im Blog erwähnte Beitrag bei NDR Info speiste sich offenbar aus der selben Quelle wie diese Tagesschau-Meldung unter den „Stichworten Ausland, Festivalsaison, Müll“.

Übrigens: Leider rauscht derzeit eine Diffamierungswelle durch die sozialen Medien, in der Fotos von vermüllten Straßen und Veranstaltungsplätzen mit den Friday-for-Future-Demonstrationen in Verbindung gebracht werden, obwohl sie damit nichts zu tun haben. Auf der Website von Mimikama ist ein Beispiel dafür zu sehen.