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Sozialer Lackmustest

Von manchen Leuten – ├â┬╝berwiegend M├â┬Ąnnern – muss ich mir so einiges meiner Haare wegen anh├â┬Âren. Selten werde ich direkt angesprochen. Meistens geht die Bemerkung an mir vorbei in den Raum, und m├â┬Âglichst noch im Weggehen, damit ich auch ja nicht antworten kann.

Kostproben

  • Hey Pumuckl! (Ach ja. Tach, Meister Eder!)
  • Ist schon wieder Karneval? (Da braucht wohl jemand einen Grund zum Saufen.)
  • *kicher* *gacker* *prust* Hier kommen wir ├â┬Âfter her, hier ist es lustig! (Fein. Bringt gern noch ein paar andere Schimpansen mit. Ich besorg euch auch Bananen.)
  • Wie kann man nur so bl├â┬Âde rumlaufen? (Ich gratuliere zur Selbstkritik. Bessern Sie sich!)
  • Wei├â┼Şt du eigentlich, dass wir hier in ROTHENburgsort sind? (Mist. Ich dachte, hier w├â┬Ąr Schwarzenbek.)
  • Arschloch! Nimm dir’n Penner und werd gl├â┬╝cklich! (Nein danke, Sie sind nicht mein Typ.)
  • Sch├â┬Âne gr├â┬╝ne Haare! (Wie, gr├â┬╝n? Oh, ein Witz! Ha, haha.)

Nat├â┬╝rlich erwischen mich diese Leute grunds├â┬Ątzlich auf dem falschen Fu├â┼Ş, wie sollte es anders sein. Die Antworten, die hinter den Beipielen stehen, habe ich darum nicht live gegeben, die fielen mir alle erst hinterher ein. Ich rechne zwar mit Anmache, aber doch nicht in jeder Sekunde. Au├â┼Şerdem machen mir die meisten Menschen Komplimente f├â┬╝r meine schrille Haarfarbe. So weit kommt’s noch, dass ich jetzt wegen irgendwelcher Deppen eine Paranoia entwickle, und jeden anfauche, der etwas ├â┬╝ber meine Haare sagt. Ich will mich auch in Zukunft ├â┬╝ber Kinder freuen k├â┬Ânnen, die mit gro├â┼Şen Augen zu mir hochblicken, und dann mit unvergleichlichem Staunen rufen: „Mama, guck mal, bunte Haare!“ – Das genie├â┼Şe ich jedes Mal sehr.