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Sie wollen wirklich Krieg

schaufensterIn Australien, auf dem Kontinent, der von allen anderen Kontinenten am weitesten von Europa entfernt ist, nimmt ein einzelner Mensch mehrere Geiseln. Am Tatort ist ein schwarzes Banner mit arabischen Zeichen zu sehen. Der Presse f√§llt daraufhin nichts besseres ein, als diesem Menschen auch noch eine Weltb√ľhne zu geben und bar jeglicher Grundlage √∂ffentlich √ľber Motivation und Hintergr√ľnde zu spekulieren. Sowohl den Islamisten als auch den Rechtsradikalen wurden damit weitere Unterst√ľtzer in die Arme getrieben. Wenn man nicht annehmen will, dass s√§mtliche Reporter dumm wie Bohnenstroh sind, kann man daraus nur eins schlie√üen: Sie wollen wirklich Krieg.

Von wegen „selbst schuld“!

Symbolbild: Blick in die Geldbörse

DISCLAIMER: Vorsicht, drastische Wortwahl. Kinder halten sich beim Lesen bitte die Augen zu. Vielen Dank f√ľr die Beachtung aller Sicherheitsvorschriften.

<mode=“Hassknecht“> Es wurden also wieder mal einige Schweine durch’s Dorf getrieben: da gibt es mutma√ülich unerh√∂rte Arbeitsbedingungen bei einem bekannten Online-Buchvertrieb, und Pferdefleisch in Rindfleisch-Fertiggerichten. Und wer ist wieder mal angeblich schuld daran? Nat√ľrlich! Der Kunde!

Sagt mal, tickt ihr Arschgeigen von der Journaille eigentlich noch richtig? Seit wann muss denn ich als Konsument die Verantwortung f√ľr das √ľbernehmen, was man mir verkauft, und unter welchen Bedingungen die Ware mich erreicht? Bin ich ein wandelndes Labor? Wirtschaftspr√ľfer? Eine Auskunftsdetektei? Herrschaften, ich glaub, es hackt! Wenn ich ins Fleischereifachgesch√§ft gehe, und Rollbraten kaufe, gehe ich schlie√ülich auch nicht davon aus, dass ich kontrollieren muss, ob man mir kein frisch geschlachtetes, irisches Baby andreht.

Ich soll schuld sein, weil ich auf den Preis achte? Gierlappen bleibt Gierlappen, und gierig zuallererst die Lumpenhunde, die ihre Gewinne maximieren, indem sie ihre Arbeiter wie Sklaven in den Dreck treten, oder indem sie die Kunden beschei√üen. So etwas nennt man allgemein auch „kriminelle Energie“. Meint ihr im Ernst, dass kriminelle Saus√§cke von sich aus das Beschei√üen einstellen, wenn wir ihnen freiwillig mehr Geld in den Rachen werfen? Wie dumm und naiv muss man sein, um zu glauben, dass Waren fair produziert und gehandelt werden, nur weil sie teuer sind?

Ich erwarte in einem zivilisierten Land, dass solche Machenschaften per Gesetz verboten sind, dass die Verbote kontrolliert werden, und dass Zuwiderhandelnde bestraft werden. Dazu sind Gesetze n√§mlich da. Aber ihr Bande von Claqueurs habt wieder mal nichts besseres zu tun, als nach der Art von Aufzieh-√Ąffchen eure Schellen aneinander zu deppern, und wie die Bekloppten zu intonieren: „Der Kunde hat Schuld, der Kunde will’s billig, Geiz ist Geil, das kommt davon, der Kunde hat Schuld,“ ‚Äď Legt endlich mal ’ne andere Platte auf, ihr rotzverdammten Schleimschei√üer! </mode>

(Störungstafel mit entspannender Musik.)

Update:

Betrug: Agrarbetriebe verkauften Millionen falsch deklarierte Bio-Eier (www.spiegel.de)
Pferdefleisch-Skandal: Billig ist nicht das Problem! (foodwatch.de)

Noch ein Update:

Inzwischen habe ich mir mal den Spa√ü gemacht, die Zutatenliste einer typischen Billig-Lasagne zu studieren, um mir dann zu √ľberlegen, ob man etwas gleichwertiges zu einem vergleichbaren Preis zustande bek√§me. Es geht! Allerdings nur, wenn man elf Portionen auf einmal kocht. Eine Billig-Lasagne enth√§lt im wesentlichen: 35 g Hackfleisch, Tomaten, wei√üe So√üe, ei-freie Lasagnenudeln, Verdickungsmittel, Gew√ľrze. Man kaufe sich eine Packung abgepacktes Hackfleisch (400g, ca. 4 Euro), Pizza-Tomaten in Dosen, einen Liter Milch (es wird was √ľbrig bleiben), eine T√ľte Mehl (auch da wird was √ľbrig bleiben), Pizzakr√§utermischung, Salz, vier Eier (selbstgemachte Lasagnenudeln ohne Ei funktionieren nicht), ein kleines Netz Zwiebeln. Gesamtkosten: weniger als 16 Euro, sofern ihr Handelsmarken einkauft, und keine teure Markenware.

Fazit: Eine Billig-Lasagne unter zwei Euro ist ohne Beschiss herstellbar. Sogar dann, wenn man zu Supermarkt-Bedingungen einkauft, und keinen Gro√ühandels-Bonus in die Rechnung einbringen kann. Nein, toll ist sie nicht. Aber abgepackte Billig-Lasagne ist auch nicht toll. Wenn man 1,60 Euro daf√ľr hinlegt, ist das schlicht ein fairer Preis f√ľr das, was man bekommt.

Kreuz, Blut und Schmerz

Witz, alt: Der Papst reist nach New York. Bei seiner Ankunft am Flughafen best√ɬľrmen ihn sofort die Journalisten. Ein besonders eifriger Vertreter dieser Zunft schiebt dem Papst ein Mikrophon ins Gesicht und fragt: „Heiliger Vater, was denken Sie √ɬľber das New Yorker Nachtleben?“ Der Papst, sichtlich um Haltung bem√ɬľht, l√ɬ§chelt gequ√ɬ§lt und fragt in diplomatischem Ton zur√ɬľck: „Hat New York ein Nachtleben?“ Am n√ɬ§chsten Tag erscheinen Schlagzeilen in der amerikanischen Presse: Papst in New York gelandet. Seine erste Frage bei der Ankunft: „Hat New York ein Nachtleben?“

Deutschland, aktuell: Eine t√ɬľrkischst√ɬ§mmige Politikerin wird interviewt. Unter anderem wird ihr die Frage gestellt, was sie von Kopft√ɬľchern in Klassenr√ɬ§umen hielte. Sie lehnt diese ab, und f√ɬľhrt aus, dass eine Schule ein neutraler Ort sein solle. Der Interviewer fragt nach, ob sie Kruzifixe gleichfalls ablehne. „Ja“, antwortet sie, „Christliche Symbole geh√ɬ∂ren nicht an staatliche Schulen. F√ɬľr Schulen in kirchlicher Tr√ɬ§gerschaft gilt das nicht.“ Mit dieser Aussage gibt sie wieder, was Stand der Rechtsprechung ist. Sie tritt nicht von sich aus an die √É‚Äďffentlichkeit, um zu diesem Thema eine Forderung zu stellen. Sie beantwortet nur eine Frage.

Was folgt, ist ein Shitstorm der √ɬľblichen Machart, der den deutschen Bl√ɬ§tterwald besprenkelt und gleichzeitig vorz√ɬľglich d√ɬľngt: Emp√ɬ∂rung wird inszeniert und zelebriert, die Werte des Abendlandes mit werden mit theatralisch √ɬľberh√ɬ∂hter Leidenschaft verteidigt. Als die Dame sich daraufhin gen√ɬ∂tigt sieht, das Gesagte zu relativieren, tritt die Journaille noch mal kr√ɬ§ftig nach, und √ɬľberschriftet: „Jetzt kriecht sie zu Kreuze“.√ā¬† Im Artikel wird die Bildsprache weitergef√ɬľhrt und bis ins Perverse gesteigert: „Sie hat sich eine blutige Nase geholt, wurde von Parteikollegen zur R√ɬ§son gerufen und ist zum Schluss zu Kreuze gekrochen √Ę‚ā¨¬¶“

Welch ein Bild: Eine Muslima, die zu frech geworden, hat man blutig zusammengeschlagen, bis sie schlie√ÉŇłlich auf dem Boden kriechend unter dem Kreuz um Vergebung bettelte. Man k√ɬ∂nnte fast auf den Gedanken kommen, dass manche Autoren solcher Beschreibungen eine gewisse dunkle Lust an Geschichten von Blut, Schmerz und Tr√ɬ§nen empfinden, dass f√ɬľr sie die Feder ein m√ɬ§chtigeres Z√ɬľchtigungsinstrument sei als die Peitsche, dass jeder Anschlag auf der Tastatur einem klatschenden Hieb auf den entbl√ɬ∂√ÉŇłten R√ɬľcken ihrer Opfer gleichk√ɬ§me. Aber da geht bestimmt nur meine Phantasie mit mir durch. Genau wie bei dem Gedanken, dass manche Redakteure bei der Arbeit ein sehr knappes, eng sitzendes Lederoutfit samt zugeh√ɬ∂riger Henkersmaske tragen.

Focus: Ayg√ɬľl √É‚Äďzkan: Niedersachsens neue Sozialministerin gegen Kruzifixe

Focus: Niedersachen: CDU nordet √É‚Äďzkan ein

Focus: CDU: Kruzifixe bleiben h√ɬ§ngen √Ę‚ā¨‚Äú Missverst√ɬ§ndliche Aussagen von Ayg√ɬľl √É‚Äďzkan ausger√ɬ§umt

Hamburger Morgenpost: Jetzt kriecht sie zu Kreuze

Bildblog: Der Kreuz-Zug ist abgefahren