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Sie wollen wirklich Krieg

schaufensterIn Australien, auf dem Kontinent, der von allen anderen Kontinenten am weitesten von Europa entfernt ist, nimmt ein einzelner Mensch mehrere Geiseln. Am Tatort ist ein schwarzes Banner mit arabischen Zeichen zu sehen. Der Presse fällt daraufhin nichts besseres ein, als diesem Menschen auch noch eine Weltbühne zu geben und bar jeglicher Grundlage öffentlich über Motivation und Hintergründe zu spekulieren. Sowohl den Islamisten als auch den Rechtsradikalen wurden damit weitere Unterstützer in die Arme getrieben. Wenn man nicht annehmen will, dass sämtliche Reporter dumm wie Bohnenstroh sind, kann man daraus nur eins schließen: Sie wollen wirklich Krieg.

Aufgekratzt

Dyshidrosis. Credits: CC-BY-SA 3.0  Inwe on Wikipedia.de Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dyshidrosis.JPG

Credits: Ana Sofia Fernandes („Inwe“) on Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dyshidrosis.JPG (CC-BY-SA 3.0)

Ich weiß grad nicht, ob ich erleichtert, verärgert, oder entsetzt sein soll. Wohl eher die letzteren beiden.

Ein paar Wochen vor meinem Sommerurlaub hatte ich aufgekratzte Arme und Beine. Hausarztvertretung und Hausarztassistent meinten: „irgendwas allergisches“.

Der Hautarzt, zu dem ich dann ging, meinte: „Scabies“. Also Krätzemilben. In meiner Haut. Bäh. Dass meine Schwester ganz genau so blutige Arme und Beine hatte, schrieb er sich auch auf. Dass wir überhaupt keinen körperlichen Kontakt zueinander hatten, schrieb er sich nicht auf. Dass mein Mann keine Symptome hatte, interessierte nicht. Für ihn war klar: Blutige Pusteln und Hitzeempfindlichkeit sind klassische Symptome von Krätze.

Als ich zwei Wochen nach der Permethrin-Behandlung wieder beim Hautarzt ankam, erwischte ich nicht den forschen jungen, sondern den freundlichen alten Hautarzt in der Gemeinschaftspraxis. Der schaute sich die Haut zwischen meinen Fingern an, fand da nichts, und meinte: Krätze weg, nicht verunsichern lassen, ab jetzt nur noch eincremen. Gut.

Nur, dass ich das nicht ganz glauben konnte. Zwischen den Fingern hatte ich bis dahin nämlich gar nichts gehabt. Und noch immer juckte es überall, aber zum Glück war es ja nicht mehr ganz so warm, und die Cortisoncreme half einigermaßen. Bis wir dann in den Urlaub flogen.

Schon vor dem Urlaub juckten Hand- und Fußflächen ganz unglaublich. Ich dachte an Pilze, die vielleicht die angeblichen Krätze-Tunnel genutzt haben könnten (ich hatte nirgends irgendwelche Bohrtunnel gesehen), und besorgte mir vor dem Flug Clotrimazol dagegen.

Dann, auf La Gomera, war es natürlich erheblich wärmer. Alles juckte wieder höllisch, besonders nachts. „Birgit, die Viecher sind weg, weg, weg!“ sagte ich mir energisch, schnitt die Fingernägel kurz und feilte sie runter bis aufs Nagelbett, rieb mich nachts mit Eiswürfeln ein, und besprühte mich mit Teebaumöl, bis ich roch wie eine Wagenladung Farbverdünner.

Zuhause besorgte ich mir dann Antiscabiosum, nahm weiter Teebaumöl, und wurde doch immer wärmeempfindlicher. Bäh. Das *konnte* doch nicht sein. Mit Argusaugen spähte ich nach komma-förmigen Wölbungen mich einem dunklen Punkt an einem Ende, fand aber nur eine, die soetwas eventuell sein *könnte*, aber nicht musste, und die war an einer Stelle, die gar nicht juckte.

Meine Handflächen waren inzwischen mit winzigen, teils wassergefüllten, Bläschen überzogen (Spoiler: Dyshidrotisches Ekzem), und an den Füßen löste sich die Hornhaut nach dem Duschen bis auf das Fleisch hinunter ab. Gruselig. Ich klebte Compeed-Pflaster drauf, und schmierte an allen verdächtigen Stellen Clotrimazol drauf. Das schien zu helfen, aber irgendwie nicht richtig.

Ich ging nochmals zum Hautarzt, und erwischte wieder den freundlichen, älteren. Der sah sich das alles an. Die braunen, narbenartigen Flecken auf dem Bauch unter den Brüsten, die Füße mit den Löchern in der Hornhaut, die aufgekratzten Arme, die trockenen, rauhen Hände. „Trocken-Ekzeme“, meinte er, und fragte mich nach Wasch- und Duschgewohnheiten. Duschöl soll ich nun nehmen, statt Duschgel, und cremen, cremen, cremen. Auf die roten Stellen mit Cortison, überall sonst mit nährenden Fettcremes. Und nicht so oft waschen.

Wie es meinem Mann denn ginge, hat er noch gefragt. Gut, sagte ich, und dass der nie Symptome gehabt habe. Aha, meinte der Arzt dazu.

Jetzt habe ich einen Verdacht: Dass ich nie Krätzemilben gehabt habe, was ja eigentlich gut wäre, denn der Gedanke an die Krabbeltiere war doch sehr belastend. Aber wenn ich nie Milben hatte, sondern wenn das von vornherein Ekzeme waren, dann kann das bedeuten, dass ich diesen Mist ab jetzt für ein paar Jahre jeden Sommer haben werde. Und das ist erschreckend.

Auch trockene Ekzeme werden durch Wärme verschlechtert, und der Juckreiz wird durch Wärme verstärkt. Trockene Ekzeme, in Verbindung mit Hormonschwankungen in den Wechseljahren, scheinen (laut diversen Forenbeiträgen auf allen möglichen Webseiten) nicht ungewöhnlich zu sein. Warum kam Hautarzt Nr. 1 nicht darauf, und warum war es ihm egal, dass meine Schwester das gleiche hatte, und dass wir keinerlei Körperkontakt hatten? Wie wahrscheinlich hätte es sein sollen, dass wir uns unabhängig voneinander zur selben Zeit mit Krätze angesteckt hätten? Ich bin sauer über diese sehr wahrscheinliche Fehldiagnose.

Ich bin sauer, weil die Behandlung mit der Permethrinsalbe im Fall einer Fehldiagnose absolut kontraproduktiv war, denn sie trocknet die Haut zusätzlich aus.

Ich bin sauer, dass ich aufgrund dieser Diagnose paranoid reagiert und das falsche getan habe. Mit der angeblichen Krätze wusch ich mich noch öfter als sonst.

Auch das Teebaumöl war nicht wirklich gut für mich. Es kühlt zwar, und lindert dadurch den Juckreiz, aber es macht das Hautbild nicht besser, sondern schlechter. Angewandt hab ich es unter anderem, weil es desinfizierend sein soll, und fungizid, und weil es pur angeblich Krätzemilben tötet. Leider wirkt es auch sensibilisierend, so wie die meisten ätherischen Öle, und ich hab es mir pur auf die Haut gesprüht. Das war wirklich Mist. Und wisst ihr was? Das Zeugs wurde mir in einem Sprühfläschchen verkauft! Nein, ich glaub nicht, dass man etwas, was wie eine Mischung aus Terpentin und Eukalyptus riecht, als Raumbedufter einsetzten sollte. Das Zeug gehört tropfenweise in Cremes oder Duschgel hineingemischt, wenn überhaupt. Es gibt keinen vernünftigen Grund, es irgendwohin zu sprühen. Pur! Wo war mein Verstand, als ich ihn gebraucht hätte? Ja, Juckreiz macht wahnsinnig.

Wenn Ekzeme in der Familie liegen, nennt man sie übrigens Atopische Ekzeme, oder auch Neurodermitis. Toll, was? Wikipedia meint dazu: »Das atopische Ekzem (griechisch ατοπία, atopía – ‚Ortlosigkeit‘, ‚nicht zuzuordnen‘; griechisch έκζεμα, ekzema – ‚Aufgegangenes‘) ist eine chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit, die zu den atopischen Erkrankungen gehört.« – Wie schön. Das wollte ich schon immer mal ganz genau wissen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Atopisches_Ekzem

P.S.: „Alternativ-Heiler“ und deren Fans können ihre Tipps bitte stecken lassen. Globuli und Schüssler Salze sind lediglich nützlich, um Zucker zu übersteigerten Preisen zu verkaufen, und das einzig wirksame an homöopathischen Salben ist die Fettkomponente. Liebesperlen und Nivea tun das selbe, sind aber preiswerter.

P.P.S.: Bei näherere Überlegung deaktiviere ich die Kommentarfunktion für diesen Artikel am besten gleich. Spart Nerven.

Krimi zum Frühstück

POW! In meinem bevorzugten Frühstückslokal gibt es vorn rechts einen kleinen Selbstbedienungsbereich. Wer dort etwas bestellt, muss aufstehen und drei Schritte zum Tresen gehen, um sich Essen und Getränke abzuholen. Ein Schild weist auf den Umstand hin.

In eben diesen Bereich setzte sich heute morgen ein lautstark telefonierender Herr Wichtig. „Alles ist zu!“, brüllte er in sein Smartphone, „Ich hab so einen Hunger, und alles ist zu! Das ist wirklich unglaublich! Alle meine Läden sind zu!“

Nun kann ich wirklich nicht beurteilen, ob jener Herr Wichtig tatsächlich Besitzer oder wenigstens Leiter mehrerer Bäckereien oder Gaststätten ist, oder ob er einfach nur erbost war, dass die von ihm bevorzugt frequentierten Lokalitäten Montags morgens um acht nicht geöffnet hatten, aber eigentlich geht mich das auch nichts an. Dennoch konnte ich nicht umhin, davon Notiz zu nehmen, trotz etlicher Meter Distanz zwischen mir und diesem Herrn. Sein Gebrüll ließ das nicht zu.

Währenddessen wurde ihm vom Barmann sein bestelltes Bier zum Tresen gebracht, mit dem Hinweis, er möge es sich dort bitte abholen. Der telefonierende Herr Wichtig lehnte das brüsk ab, und beklagte sich lautstark bei seinem Telefongesprächspartner über dieses unbotmäßige Ansinnen. Ganz genau kann ich den weiteren Verlauf des Gesprächs nicht mehr rekonstruieren, aber ich meine, der Barmann verwies den unfreundlichen Gast daraufhin des Lokals. Ob dann Herr Wichtig oder der Barmann das Gespräch auf die Polizei brachte, habe ich nicht so genau mitbekommen, da ich von Herrn Wichtig jedes Wort hörte, vom leisen Barmann jedoch kaum etwas. Deutlich vernehmbar war allerdings die Bemerkung des Herrn Wichtig, er lasse sich von „so einem Gartenzwerg“ „so etwas“ nicht sagen, worauf er aufstand, und einen gläsernern Zuckerstreuer im hohen Bogen über den Tresen warf, der laut klirrend vor den Füßen des Barmanns auf dem Boden aufschlug.

Dann kam Bewegung in die Sache. Herr Wichtig stürzte, das Smartphone noch immer in der Hand, aus dem Lokal, der Barmann rannte hinterdrein, und ich meinte, von draußen einen Hieb zu hören. Wer da jetzt wem eine Schelle erteilt hat, kann ich allerdings beim besten Willen nicht sagen. Dann kehrte der Barmann kurz zurück, während der Koch, der durch die Durchreiche wohl einiges mit angegehört hatte, in den Gastraum geeilt kam. Kurz darauf spurteten beide zusammen dem „wichtigen“ Gast nach.

Ich habe noch in Ruhe zuende gefrühstückt, und hinterher dem Barmann angeboten, dass er, falls  Herr Wichtig ihn anzeigen sollte, auf meine Aussage zurückgreifen darf. Immerhin bin ich Stammgast in dem Laden, und werde dort stets sehr freundlich bedient. Und auf Tischnachbarn wie Herrn Wichtig kann ich verzichten. Um das mal diplomatisch auszudrücken.

 

Nachtrag:
Der „wichtige“ Gast soll sowohl den Barmann als auch die herbeigerufenen Sicherheitsleute angezeigt haben. Nachdem ich das erfahren habe, habe ich mich als Zeugin bei der Polizei gemeldet. Ich bin gespannt, was dabei wohl herauskommen wird.

O2, wir müssen reden.

TelefonhörerVorhin hatte ich ein Telefongespräch, das war nicht mehr von dieser Welt.

 

Es begann damit, dass ich eine 0900-Hotline anrufen wollte. „Die Rufnummernsperre ist aktiviert!“ beschied mir das Telefon. Aha. Ja, das hatten wir vermutlich damals, als die bösen Dialer ihr Unwesen trieben, machen lassen. Jetzt aber möchte ich einen Kundendienst anrufen, weil eins meiner Geräte defekt ist. Na gut, das geht auch mit meinem Mobiltelefon. Trotzdem, finde ich, soll diese lästige Sperre nun weg.

 

Also suche ich nach dem zuständigen Kundenportal. Das gehört inzwischen nicht mehr zu Hansenet, und auch nicht mehr zu Alice, sondern zu O2. Nach einer gefühlten Odyssee finde ich endlich das Passwort-Recovery für den geneigten DSL-Kunden mit vergessenen Zugangsdaten. Die Website verkündet, dass sie ein temporäres Passwort an die hinterlegte Mobilnummer verschickt habe. Huch! An wen bitte? Ich bin mir sicher, dass wir damals, als wir bei Hansenet Kunden waren, noch kein Mobiltelefon hatten. Aber vielleicht hat mein Mann das ja irgendwann nachregistriert. Ich rufe ihn an, und frage ihn, ob eine SMS bei ihm angekommen sei. Nein, da kam keine.

Gut, denke ich, dann rufe ich doch einfach mal bei der Hotline von O2 an, und frage nach. So etwas wird sich schließlich klären lassen. Notfalls per Briefpost, was weiß ich. Die haben Mitarbeiter, die so etwas wissen, und die mir das erzählen können, wenn ich es auf der Website nicht finde. Denke ich. Was dann jedoch geschieht, spottet jeder Beschreibung.

Der Telefonist, den ich am Apparat habe, arbeitet komplett skriptgesteuert, wie ein Roboter. Das ist das erste, was daneben geht. Ich spreche ihn lebendig und freundlich an, er antwortet tonlos, und betet maschinell sein Skript herunter. Kundennummer? Die habe ich natürlich nicht parat. Wer hat denn, Hand auf’s Herz, seine Telefonkundennummer zur Hand, wenn sein Telefon muckt oder er sonst etwas möchte? Ich gebe ihm also die Telefonnummer. Die ist in meinem Fall, abzüglich der Vorwahl, sechstellig, und recht merkfreudig. Ich nenne sie in Form dreier zweistelliger Zahlen. Das heißt, ich will sie nennen, werde aber eisig unterbrochen: Der Telefonist will die Zahlen einzeln, nicht als zweistellige Zahlen. Und dann kommt DIE FRAGE: „Wie lautet ihr Telefonkennwort?“

 

Aha, denke ich, noch eine Baustelle. „Deswegen rufe ich gerade an“, antwortete ich, und werde prompt noch einmal unterbrochen. Ohne das Kennwort könne man gar nichts machen, wird mir entgegengehalten, und ich sei ja auch nicht der Vertragspartner, das sei ein Jacques Nietsch. Ja, das ist mein Ehemann! Das allerdings, wird mir entgegnet, würde ja wohl nur ich behaupten. Das Gespräch eskaliert mehr oder weniger sofort. Als ich schließlich den Hörer auf die Gabel knalle, zittere ich vor Wut, und das Herz schlägt mir bis zum Halse.

 

Der Telefonist hat sich hinter einer Palisade aus „Datenschutz“ und „Sicherheit“ verbarrikadiert. Was ich jedoch von ihm wollte, war eine ganz schlichte Auskunft: Was muss ein O2-Kunde tun, wenn ihm die genannten Kennworte nicht vorliegen? Wie wird, rein technisch, und ganz allgemein, dieser missliche Zustand behoben? Um mir das mitzuteilen, dazu hätte der Telefonist keinerlei Authentifizierung benötigt. Ich wollte in diesem Gespräch nichts umstellen oder freischalten lassen. Ich wollte wissen, was ich tun kann, damit ich (oder mein Mann, falls wir hier Erbsen zählen wollen) demnächst wieder die O2-Website und/oder die Hotline nutzen kann.

 

Aber selbst wenn ich den Wunsch gehabt hätte, jetzt und hier am Telefon gleich etwas umstellen oder freigeben zu lassen: lösungsorientiert war die Strategie des Mitarbeiters nicht. Er wusste, nebenbei angemerkt, auch gar nicht, um was es eigentlich ging, und für welches Problem ich eine Lösung suchte. Zu einer Frage ließ er mich nämlich überhaupt nicht erst kommen. Er war vollständig darauf konzentriert, sich wie Zerberus zu gebärden, und mir jeglichen zielführenden Dialog zu verweigern.  Die direkte Abkürzung zwischen „Ich möchte doch nur wissen …“ und „Ohne Telefonkennwort können Sie hier gar nichts!“

 

Wann braucht ein Kunde so ein ominöses Kennwort? Wohl fast nie! So oft im Leben lässt man nichts an seinem Telefonanschluss umschalten oder ändern. Es ist nur natürlich, dass man so etwas nicht zur Hand hat, nach etlichen Jahren mit dem selben Telefonvertrag. Es muss also sehr oft vorkommen, dass Kunden anrufen, die das genannte Kennwort nicht parat haben. O2, lässt du die Leute alle so mit Anlauf an die nächste Wand klatschen?

 

Unterstellen wir, du wärst völlig paranoid, und hättest gute Gründe dafür: Was hätte dagegen gesprochen, mir am Telefon mitzuteilen, dass mein Mann dieses oder jenes Formular aus den Internet herunterladen muss, unterschreiben muss, an diese oder jene Adresse schicken muss, mit Postident und weiß der Kuckuck was noch? Meinetwegen hätte die Antwort auch lauten können: Ihr Mann muss in einer unserer Filialen vorbeikommen, seinen Ausweis vorlegen, und einen Antrag in sechzehnfacher Ausfertigung ausfüllen. Irgendwas. Einen Weg wird’s doch wohl geben. Oder etwa wirklich nicht? Gibt es kein Protokoll, keine Lösung, keine Standarderklärung, nicht einmal eine URL oder einen Klick-Pfad, der mir am Telefon beschrieben werden darf? Und sind Unterschrifts- oder vergleichbare Vollmachten für dich völlig undenkbar? So undenkbar, dass man sich mit deinen Mitarbeitern nicht am Telefon darüber unterhalten kann, wie man dich für die Zukunft mit einer solchen Vollmacht versorgen kann? Kann man so etwas nicht klären? Und erklären?

 

Bitte finde einen kundenfreundlichen Weg, um mit Situationen wie der heutigen umzugehen, O2. Und bitte sorge dafür, dass deine Telefonisten sich im Gespräch lösungsorientierter verhalten. Die Lösung muss (und darf!) nicht lauten, dass man sich über Sicherheitsbestimmungen hinwegsetzt. Das verlange ich nicht, und das hätte ich nicht verlangt. Ich bin selbst Sysadmin von Beruf, und ich ändere niemals auf telefonischen Zuruf von irgendwem irgendein Passwort. Aber bitte teilt doch euren Kunden mit, wie sie legal an valide Authentifizierungsdaten kommen. Und auch, wie sie einander eine Vertretungsvollmacht ausstellen können, damit wenigstens ein Ehepartner etwas für den anderen erledigen kann, ohne dass eure Hotline gleich im Dreieck springt und mit Kruzifixen und Weihwasser wirft. So ein wirres, eskalierendes Gespräch wie heute möchte ich nie, nie, nie wieder mit einem Kundensupport führen müssen.

 

 

UPDATE: Übrigens, „O2 Hotline unfreundlich“ bringt eine hübsche Menge Treffer bei Google. Das ist keine gute Werbung für euch. Und wenn ein Anbieterwechsel nicht so einen riesigen Haufen Scherereien mit sich bringen würde, dann wäre das heutige Erlebnis für mich ein Grund gewesen, Telefon und Internet in Zukunft bei jemand anderem zu buchen.

 

2. UPDATE: Dank der kompetenten Social-Media-Betreuung von O2 konnte ich inzwischen unsere Zugangsdaten recovern und unsere Kundendaten aktualisieren. Treppenwitz: Als ich es eben im Kundencenter das Telefonkennwort sah, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich das damals selbst gesetzt habe. In einem etwas entspannter verlaufenden Gespräch hätte es mir also durchaus wieder einfallen können.